Meine 7 besten Tipps für das Reinigen von Naturstein
Profi-Wissen für Ihr Zuhause – von René Büttner, Diplom-Fachmann für Natursteinkunde und -pflege mit über 25 Jahren Erfahrung.

Der Sinnersche Kreis – Das Fundament erfolgreicher Reinigung
Naturstein in der Wohnung oder im Außenbereich ist oft mit der Erwartung verbunden, dass der Belag langlebig ist und auch ebenso lange optisch schön aussieht. Um einen Natursteinbelag nun lange optisch hochwertig aussehen zu lassen, bedarf es einer fachgerechten Reinigung und Pflege des Natursteins. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Hersteller mit ihrem breiten Sortiment an Reinigungsmitteln ist es allerdings nicht so leicht, den richtigen Reiniger für den richtigen Anwendungsfall zu wählen.
Es ist uns ein großes Anliegen, dass Sie lange Freude an Ihrem Naturstein haben. Deshalb erhalten Sie hier meine 7 besten Tipps. Viel Spaß damit!
Chemie
Der richtige Reiniger
Mechanik
Die richtige Technik
Temperatur
Die ideale Wärme
Zeit
Die nötige Einwirkzeit
Chemie + Mechanik + Temperatur + Zeit = Perfekte Reinigung
Ihr Weg zur perfekten Natursteinpflege
Ihren Naturstein verstehen
Der erste und wichtigste Schritt ist, Ihren Naturstein richtig einzuordnen. Es gibt zwei Hauptkategorien: Hartgesteine wie Granit, Gneis und Quarzit, die säurebeständig sind, und Weichgesteine wie Marmor, Kalkstein und Travertin, die säureempfindlich sind. Diese Unterscheidung bestimmt maßgeblich, welche Reinigungsmittel Sie verwenden dürfen.
Den richtigen Grundreiniger wählen
Der pH-Wert ist entscheidend bei der Wahl des Grundreinigers. Saure Reiniger (pH < 7) eignen sich für Kalkablagerungen und Zementschleier auf Hartgestein. Basische Reiniger (pH > 7) lösen Fett, Öl und organische Verschmutzungen. Die goldene Regel: Verwenden Sie niemals saure Reiniger auf Weichgestein wie Marmor oder Kalkstein – das kann irreparable Schäden verursachen.
Wichtig: NIEMALS saure Reiniger auf Weichgestein (Marmor, Kalkstein, Travertin) verwenden!
Spezialreiniger für besondere Verschmutzungen
Für hartnäckige oder spezielle Verschmutzungen gibt es Spezialreiniger, die gezielt wirken. Ob Rostflecken, Fettflecken, Schimmel oder Algenbefall – für jedes Problem gibt es die passende Lösung. Wichtig ist, dass Sie den Spezialreiniger immer gemäß der Herstelleranweisung anwenden und vorher an einer unauffälligen Stelle testen.
Der richtige Unterhaltsreiniger
Für die tägliche Reinigung empfehlen wir einen pH-neutralen Reiniger mit einem pH-Wert von 7. Vorsicht: Bei vielen Reinigern steht „pH-neutral zur Haut". Unsere Haut hat aber einen pH-Wert von 5,5 – das heißt, sie ist sauer! Wenn Sie diese Reiniger verwenden, kann es zu Beschädigungen an Ihren säureempfindlichen Natursteinen kommen.
Empfehlung: Ein echter pH-neutraler Reiniger (pH 7,2) ist für alle Natursteine geeignet – auch für empfindliche Marmor- und Kalksteinoberflächen.
Mechanik optimal einsetzen
Die Mechanik sorgt dafür, dass das Reinigungsmittel in Kontakt mit der Verschmutzung kommt. Es gibt unterschiedliche Reinigungspads, die sich in ihrer Abrasivität unterscheiden. Schwarze Pads sind sehr robust für starke Verschmutzungen, rote Pads haben mittlere Stärke und weiße Pads sind sehr fein für empfindliche Oberflächen.
Merken Sie sich den Zusammenhang: Hochkonzentrierte Reiniger benötigen weniger Mechanik, während bei geringerer Konzentration mehr mechanische Arbeit nötig ist.
Temperatur beachten
Die ideale Temperatur für die Reinigung Ihrer Natursteine liegt bei ca. 18 Grad. Bei Hitze kann die Reinigungschemie anfangen zu verdunsten und verliert dadurch ihre Wirkung. Besonders im Sommer heizen sich die Natursteinoberflächen sehr auf – hier ist es wichtig, den Naturstein vor der Reinigung vorzunässen.
Bei Kälte verlangsamt sich die Reaktionszeit der Reinigungsmittel erheblich. Vergessen Sie es, Ihren Naturstein im Winter bei 0 Grad zu reinigen!
Zeit geben
Je länger die Einwirkzeit, desto besser ist die Reinigungsleistung. Bei hartnäckigen Verschmutzungen wie Graffiti, Algen, Moosen oder Fettflecken empfehlen wir, den Reiniger über Nacht einwirken zu lassen. Wenn Sie den Reiniger sofort abwischen, ist das reine Geldverschwendung! Die Chemie braucht Zeit, um mit der Verschmutzung zu reagieren.
Merken Sie sich: Mehr Zeit = geringere Konzentration möglich. Wenig Zeit = höhere Konzentration und mehr Mechanik nötig.
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Zusammenfassung
Tipp 1
Verstehen Sie Ihren Naturstein (Hart-/Weichgestein)
Tipp 2
Wählen Sie den richtigen Grundreiniger (sauer/basisch)
Tipp 3
Nutzen Sie Spezialreiniger für besondere Verschmutzungen
Tipp 4
Verwenden Sie pH-neutrale Unterhaltsreiniger
Tipp 5
Setzen Sie die richtige Mechanik ein
Tipp 6
Beachten Sie die optimale Temperatur (ca. 18°C)
Tipp 7
Geben Sie dem Reiniger ausreichend Zeit